Bremer RathsChor

Der Bremer RathsChor hat mehr als 100 Mitglieder und tritt in der Regel vier Mal im Jahr bei Konzerten in Bremen, in der Region und auch bei Konzertreisen international auf. Er verfügt über ein großes Repertoire weltlicher und geistlicher Musik. Der Partner des Bremer RathsChores sind verschiedene regionale Orchester. Die "Neue RathsPhilharmonie Bremen", die von Musikern der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen geleitet wird, hat sich gegründet , um mit dem Bremer RathsChor Konzerte zu gestalten. Der Bremer RathsChor hat in den letzten Jahren die großen Bach-Passionen, das Weihnachtsoratorium und die h-Moll-Messe aufgeführt, Oratorien von Händel und von Mendelssohn Bartholdy, die Requien von Verdi, Mozart und Brahms, dessen Liebeslieder und auch zeitgenössische Chorwerke von Rutter, Lauridson und Gjeilo.

Immer wieder hat sich der Bremer RathsChor in den letzten Jahren mit seinen Konzertreisen in den Dienst von Versöhnung, Völkerverständigung und Frieden gestellt. So gestaltete der Chor 2009 die Gedenkfeier in Bremens Partnerstadt Danzig zu 20 Jahre Demokratie in Polen musikalisch mit, 2010 in Lidice die Gedenkfeier anlässlich des Massakers von 1941, er fuhr 2014 nach Sarajevo und führte das Brahms-Requiem dort auf, wo der Erste Weltkrieg seinen Anfang nahm.

Angeregt von Marieluise Beck und dem ukrainischen Pianisten Alexey Botvinov hat der RathsChor 2016 eine „Musikalische Partnerschaft Bremen – Odessa“ begonnen. Drei Jahre in Folge trat der Bremer RathsChor zusammen mit dem philharmonischen Orchester aus Odessa und SängerInnen aus der Musikhochschule „Akademia“ in verschiedenen Konzerten sowohl in Odessa als auch in Bremen auf. Im Jahr 2018 führte der RathsChor in der Philharmonie von Odessa das Oratorium „Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy auf und gestaltete daran anschließend das musikalische Rahmenprogramm der Gedenkfeier zu Ehren der Opfer des Massakers an den odessitischen Juden, das im Oktober 1941 verübt worden war.  Im Jahre 2019 führte eine Konzertreise nach Czernowitz. Dort wurde mit dem heimischen Orchester und wieder verstärkt von den SängerInnen aus Odessa erneut der "Elias" aufgeführt. Außerdem nahm der Chor aktiv an einer bewegenden Gedenkfeier zur Erinnerung an die auch in Czernowitz verübten Verbrechen an Juden teil.

Träger des Chores ist der gemeinnützige Verein Bremer RathsChor e.V.

CHOR-ZIELE
Der Bremer RathsChor will anspruchsvolle Chormusik auf einem für Laiensänger möglichst hohen Niveau erarbeiten und präsentieren. Dafür sind intensive Probenarbeit, inhaltliche Auseinandersetzung mit den Werken und stimmliche Weiterbildung unverzichtbar. Dazu ist jede(r) Sangesbegeisterte mit Chorerfahrung herzlich willkommen.

Vielseitiges Repertoire und weite Reisen

Gegründet im Jahre 2008 tritt der Bremer RathsChor in Bremen, seinem Umland sowie auf Konzertreisen innerhalb von Deutschland und Europa mit seinen breiten und vielfältigen Programmen auf. Dabei präsentierte er sich mit etwa 90 Konzerten in Deutschland und auf Konzertreisen nach Danzig, Prag und Lidice, Riga, Sarajewo, Mostar und Odessa sowie mehrfach nach Paris und Aubazine in Südwestfrankreich.

Das erste große Konzert mit der Neuen RathsPhilharmonie Bremen fand im Dezember 2008 in der Lunser Kirche St. Cosmas und Damian statt, bei dem alle 6 Kantaten des Bach‘schen Weihnachtsoratoriums aufgeführt, von Radio Bremen und Deutschland-Radio Kultur mitgeschnitten und an den Weihnachtstagen ausgestrahlt wurden.

Inzwischen haben weitere bedeutende Konzerte stattgefunden, wie die Johannes-Passion 2009 in Lunsen sowie 2011 in Delmenhorst, in der Bremer Glocke und 2013 in Paris und Aubazine. Händels Messias kam 2009 in Wildeshausen und der Glocke zur Aufführung, das Verdi-Requiem 2010 in der Marienkirche in Delmenhorst sowie ebenfalls in der Glocke.

Höhepunkte für den Chor waren auch die Aufführung der h-Moll-Messe in Ganderkesee und der Bremer Glocke im November 2011. Ein weiteres großes Konzert galt der Matthäus-Passion von J.S. Bach im April 2012 in Wildeshausen und der Glocke. 2013 folgte als letztes von Wolfgang Helbich geleitetes Konzert die Johannes-Passion in Frankreich.

Jan Hübner, der im Mai 2013 die Leitung des Bremer RathsChores übernahm (Bis Ende des Jahres 2019), hat das breite Repertoire des Chores u.a. mit Händels selten aufgeführtem Oratorium Solomon in der Delmenhorster Marienkirche und der Bremer Glocke erweitert. Umjubelt war auch das Silvesterkonzert 2013 mit dem zum ersten Mal vom Bremer RathsChor aufgeführten Magnificat von John Rutter.

2014 gedachte der Chor mit einer Johannes-Passion in Bremens Glocke des verstorbenen Wolfgang Helbich, danach war er nach Riga eingeladen, die dortigen Mittsommerfestlichkeiten der europäischen Kulturhauptstadt mit eigenen Programmen zu erweitern. Nur vier Monate später wurde in Sarajewo und Mostar mit dort heimischen Musikern das Brahms-Requiem aufgeführt, um an den Beginn des ersten Weltkriegs vor 100 Jahren zu erinnern.

Darüber hinaus hat der Chor eine Vielzahl kleinerer Konzerte gegeben, mit Instrumenten und a cappella. Erwähnt seien vor allem die mittlerweile traditionellen Sommerkonzerte Konzerte in Worpswede und Syke. Auch die ref. Kirche Bremen-Blumenthal (Mozart-Requiem, Magnificate), die St. Ursula-Kirche in Bremen-Schwachhausen (Silvesterkonzerte), die Friedenskirche in Bremen sowie die „Heimatkirche“ des Chores, Wilhadi in Bremen-Walle, gehören zu den etablierten Konzertorten. Mittlerweile werden auch weitere Orte in Deutschland mit anspruchsvollen Programmen besucht, wie z.B. Duderstadt, Hameln, Goslar und Celle.

In den Jahren 2016, 2017 und 2018 reiste der Chor zu Konzerten nach Odessa, 2019 nach Czernowitz.

Antonius Adamske, künstlerischer Leiter

Antonius Adamske wurde im September 2020 von der Mitgiederversammlung des Bremer RathsChors mit überwältigender Mehrheit zum neuen künstlerischen Leiter gewählt.

Kunst und Wissenschaft sind die Eckpfeiler in der Arbeit von Antonius Adamske, die Presse lobt die Authentizität und Entdeckerfreude seiner Aufführungen – . Nach Studien in Hannover, Basel und Würzburg und künstlerischen Stationen in Göttingen und Berlin wirkt er zurzeit als Dirigent des Monteverdi-Chors Hamburg und des Bremer RathsChors, eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn seit Jahren mit dem Göttinger Barockorchester. Als Musikwissenschaftler widmet sich Adamske der Göttinger Stadtmusik um 1800. Einen künstlerischen Namen hat er sich mit zahlreichen Aufführungen von Bühnenstücken und geistlichen Werken des französischen Barock von Lully über Lalande und Charpentier bis hin zu Mondonville, Rameau, Gossec und Gluck gemacht.

Gastdirigate und Dirigiermeisterkurse im In- und Ausland sowie Radio- und CD-Aufnahmen erweitern seine Tätigkeit. Daneben trat der Musiker von 2012 bis 2019 als Intendant der Nikolausberger Musiktage in Erscheinung, die  jedes Jahr im September international bekannte Ensembles in die romanische Klosterkirche St. Nikolaus bringen.

Weitere Informationen zum Leben und Schaffen von Antonius Adamske, finden Sie auf seiner Homepage »

Jan Hübner, künstlerischer Leiter von 2013 - 2019

Jan Hübner, geb. 1980, wuchs in Goslar auf und studierte in Greifswald Kirchenmusik mit Schwerpunkt auf historischen Tasteninstrumenten, Improvisation und Gesang.

Jan Hübner dirigiert den RathsChor in der Philharmonie von Odessa, 2016

2006 trat er in Bremen an der Kirche Unser-Lieben-Frauen eine Kirchenmusikerstelle an und setzte ab 2007 an der Hochschule für Künste, Bremen sein Studium der Alten Musik mit Hauptfach Solo- Gesang (Tenor) fort. Dabei war sein Schwerpunkt das gesamte Solo- und Ensemble-Repertoire des Früh- und Hochbarock. Besonders faszinierte ihn die enge Beziehung zwischen Sprache und Musik in den Kantaten von J.S.Bach.

Jan Hübner konzertierte mit bekannten Ensembles, so unter anderem dem Rosenmüller-Ensemble Leipzig und dem Balthasar-Neumann-Chor.

CD Produktionen mit Manfred Cordes, Wolfgang Helbich und Holger Eichhorn runden seine Arbeit ab; erwähnenswert ist dabei die Ersteinspielung des Weihnachts-Oratoriums von J.S.Bach in der solistischen Originalbesetzung von 1734.

Nach dem Tode des Chorgründers Wolfgang Helbich übernahm Jan Hübner die Leitung des Bremer RathsChores bis zum Ende des Jahres 2019.

Jan Hübner hat mit dem RathsChor die Spannbreite der bearbeiteten Literatur vom Barock bis zur Moderne ausgedehnt. Konzertreisen ins europäische Ausland führten nach Paris und Aubazine (Frankreich), Riga (Lettland), Sarajevo und Mostar (Bosnien-Herzegowina), Odessa und Czernowitz (Ukraine).

Wolfgang Helbich, Gründungs-Chorleiter des Bremer RathsChors 2008 - 2013

Wolfgang Helbich (* 1943 in Berlin) war der hochgeschätzte Gründer unseres Chores, den er bis zu seinem überraschenden Tod 2013 leitete. Manche Chorsänger hatten lange Jahre mit ihm zuvor im Bremer Domchor musiziert, bis er 2008 aus Altersgründen aus dem kirchlichen Dienst ausscheiden musste. Er war auch der jahrzehntelang Leiter des von ihm 1971 gegründeten Alsfelder Vokalensembles.

2008 dirigierte er die H-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach zum Eröffnungskonzert des Deutschen Chorfestes in Bremen.  Sein musikalisches Schaffen ist in zahlreiche Aufnahmen in den Rundfunk-Archiven und auf  CDs weiter lebendig. 

Über Jahre leitete er zudem den Chor des Musikvereins der Stadt Bielefeld. Helbich lehrte als Professor an der Hochschule für Künste in Bremen und an der Universität Saarbrücken und war musikwissenschaftlich tätig.

Weitere Informationen finden sich in dem ausführlichen Wikipedia-Artikel über ihn.